25.05.2008 - Verbotene Stadt und Kaiserpalast in Beijing  
     
  Anfang des 15. Jahrhunderts wurde mit dem Bau der Verbotenen Stadt begonnen. "Verboten" wurde sie genannt, da Otto-Normalchinesen keinen Zutritt hatten. 890 Palaeste befinden sich auf einem Areal von 720 tausend Quadratmetern. Nachdem der letzte Kaiser 1911 abgedankt war, wurde die Verbotene Stadt 1924 fuer die Bevoelkerung geoeffnet. Vom Reichtum der Kaiser ist nicht viel zu sehen; nur ein kleiner Teil der Gesamtanlage ist fuer die Oeffentlichkeit begehbar. Mehr Informationen gibt es auf Wikipedia. Es empfiehlt sich, die etwa 4-stuendige Reise durch die Stadt nicht im Sommer zu unternehmen - kein Wind, kein Sonnenschutz, kein Wasser...  
 
Waende und Dachziegel aus glasierter Baukeramik
Dachreiter
Architektur in China ist nie reine Aesthetik sondern immer mit einer gewissen Symbolik verbunden. Auf traditionelle Daecher aufgesetzte Tiere symbolisieren Schutzfunktionen.
Nur das Beste fuer den Kaiser: 4-Sterne Klo - und trotzdem Gestank
Gelb glasierte Dachziegel erzeugen in der Sonne einen goldenen Glanz
Des Kaisers Thron
Minipalast
Etwa einen Meter im Quadrat misst dieser Kleinstpalast.
Restaurierter Palast
890 Palaeste (Gebaeude) zu restaurieren, ist sicher keine leichte Aufgabe, aber es ist dringend noetig, denn unter Onkel Mao wurde kein Geld fuer die Erhaltung dieser Bauten ausgegeben. Viel schlimmer: die Restaurateure wurden waehrend der Kulturrevolution auf's Land geschickt, Nachwuchs nicht ausgebildet - es herrscht notorischer Mangel an Handwerkern, die traditionelle Techniken beherrschen.
Nordausgang in Richtung Platz des Himmlischen Friedens
Restauriertes Dach
Das Wundertor
Das Tor besteht aus zwei Tueren, die einen etwa 5 Zentimeter breiten Spalt lassen. Die Tueren sind etwa 10 Zentimeter dick und glaenzend rot lackiert. Wenn man ganz nah an das Tor herangeht bis man mit dem Kopf an die Tueren stoesst, und man dann durch den Spalt schaut, sieht man den mittleren Teil eines Palastes. Die Enden des Palastes erscheinen als mysterioese Reflexion auf den inneren Stirnseiten der Tueren. Weiter unten sieht man auf zwei Bildern diese sonderbare Reflexion.
Fokus Tuer
Man erkennt deutlich die lackierten inneren Stirnseiten der Tueren.
Fokus Palast
Man erkennt deutlich den Palast und die Reflexion der Enden des Palastes auf den Stirnseiten der Tueren.
Der Loewe als Palastbeschuetzer
Nordeingang zur Verbotenen Stadt mit Bild von Onkel Mao
Die Zeitung "Die Welt" behauptet in einem Artikel, dass dieses Bild in der Nacht eines jeden 30. September gegen ein neues, identisches ausgetauscht werde. Mao selbst soll veranlasst haben, sein Bild am Eingang zur Verbotenen Stadt aufzuhaengen. Zuerst sei das Bild nur zweimal pro Jahr fuer je einen Tag aufgehaengt worden, seit Beginn der Kulturrevolution haenge das Bild jedoch staendig. In jedem Falle Personenkult pur.
Eingang zur Verbotenen Stadt, Mao von Fahnenmast verhindert
Regierungsgebaeude am Platz des Himmlischen Friedens
Noch 76 Tage bis zur Olympiade, und das Gebaeude befindet sich (wie viele andere in Beijing) noch stark im Bau. Kaum vorstellbar, dass alle Bauarbeiten puenktlich zur Olympiade abgeschlossen sein werden. Aber hierfuer gibt es eine chinesische Verfahrensweise, fuer die es auch ein ordnungsgemaesses Wort gibt. Zhuang xiu heisst eigentlich Dekorieren, wird aber im Chinesischen synonym mit Restaurieren verwendet. Wenn also die Bauarbeiten nicht abgeschlossen werden koennen, wird einfach eine Dekoration angebracht, die nach den Spielen wieder abgebaut wird.