16.12.2011 - Chinesische Chabuduo-Geschaeftsprozesse  
     
  Ueber das Chabuduo-Phaenomen ("stimmt so in etwa" oder auch "50% Erfuellungsgrad einer Anforderung ist auch ok") haben wir im Verlaufe der vergangenen Jahre bereits mehrmals berichtet. Das hier aufgefuehrte aktuelle Beispiel zeigt, dass sich an des Chinesen Grundeinstellung zum Thema Genauigkeit (leider) noch immer nicht viel geaendert hat ...  
 
Verunstalteter IT-Prozess
Frank hat eine Shanghaier IT-Firma bei der Einfuehrung eines Standard IT-Prozesses (im Fachjargon ITIL genannt) unterstuetzt. Damit auch alle Mitarbeiter wissen, nach welchem Prozess das sogenannte Incident Management abzulaufen hat, liess die IT-Firma ein Prozessdiagramm anfertigen und an exponierter Stelle (am Bueroeingang, direkt sichtbar fuer Kunden) an der Wand aufhaengen.

Leider macht der Prozess so wie dargestellt keinen Sinn, denn "Can be solved" ist nun eine Sackgasse, und an das Testen kommt man im Prozess auch nicht mehr heran, denn die dazugehoerigen Pfeile wurden verdreht.

Als Frank die Firma darauf hinwies, war eine typisch chinesische Erklaerung schnell zur Hand: "Ja, die Druckerei hat das falsch gemacht. Die konnten unser originales Dokument (PDF) nicht oeffnen, also haben die das Bild eben falsch neu gezeichnet."

Die Druckerei hat natuerlich keine Ahnung von IT, aber vom Drucken offensichtlich auch nicht, denn ein PDF haette sich ganz sicher oeffnen und auch drucken lassen. Bleiben dann dennoch zwei Fragen: Warum hat die Druckerei das originale Bild so verfaelscht? Und, warum ist der IT-Firma die Verfaelschung nicht aufgefallen, bevor sie das Bild an die Wand hingen?

Nun, die Antwort ist klar: Cha Bu Duo ;-)