28.01.2012 - Indien - Taj Mahal und Fatehpur Sikri  
     
  Der zweite Tag fuehrte uns mit dem Zug von Delhi nach Agra ins Taj Mahal und zum nahe Agra gelegenen Fatehpur Sikri ...  
 
What the heck! ;-)
Aus dem Bahnhof in Agra kommend, standen wir auf einem Parkplatz vor diesem Schild, haben fuer etwa 30 Sekunden ernsthaft versucht, uns daran zu orientieren und sind dann doch sehr schnell in schallendes Lachen verfallen. Wie noch an anderer Stelle zu sehen sein wird, sind auch Inder keine besonders guten Ausschilderer.

Wir wollten zuerst per Taxi zum Koenigspalast nach Fatehpur Sikri. Nachdem wir den "Pre Paid Taxi Stand" ausfindig gemacht hatten, erschlug uns eine Menschenmenge von Taxisuchenden. Das Warten haette mindestens 30 Minuten unserer knappen Zeit gekostet. Und, wir sollten den Gesamtbetrag bereits vor Fahrtantritt zahlen, was aus Erfahrung (in Delhi) sehr unueblich schien. Als wir uns ueber diese Situation unterhielten, erschien aus der Menge ein aelterer, graubaertiger, sehr vernuenftig ausschauender Herr, der sich als Fahrer auswies und der sich nach einiger Anstrengung ueberreden liess, die Taxifahrt erst am Ziel bezahlen zu lassen. Ausserdem sicherte er uns zu, nur an Orte zu fahren, die wir wirklich sehen wollten (am Vortag hatten wir mit einem Taxifahrer in Delhi schlechte Erfahrung gemacht, der uns genoetigt hatte, einen Basar zu besuchen, was ihm angeblich einen Gutschein fuer 2 Liter Benzin einbrachte, selbst wenn wir nichts kauften). Unser weissbaertiger Freund fuehrte uns umgehend zu seinem Auto, in dem erstaunlicherweise bereits ein Fahrer sass. Er stieg auf der Beifahrerseite ein; also mussten wir uns zu dritt auf den Ruecksitz quetschen (Yaha hatte es vorgezogen, in Delhin zu bleiben). Nun hatten wir also einen Fahrer mit Fahrer. Und wie sich bald herausstellen sollte, wollte auch der graubaertige Herr unbedingt an Orte fahren, die nicht auf unserem Programm standen. Diesmal jedoch konnten wir uns jeglicher Angriffe auf unseren Zeitplan erfolgreich erwehren - durch (Bautz'ner) Sturheit ;-)
Begruessung am Koenigspalast in Fatehpur Sikri
Ziegen mit Anzug sind in Indien regelmaessig zu sehen; allerdings haben wir den Grund hierfuer nicht herausfinden koennen.

Die fruehere Hauptstadt des indischen Mogulreiches und somit der gesamte Fatehpur Sikri Komplex wurde unter Grossmogul Akbar zwischen 1569 und 1574 erbaut.
Notunterkunft direkt neben dem Eingang zum Koenigspalast
Riesige verlassene Bienenstoecke an der Decke des Eingangs zum Koenigspalast
Filigrane Steinmetzarbeit im Salim Chishti Mausloleum
Das Mausoleum besteht nicht aus dem ueblichen roten Sandstein sondern aus Marmor und wurde um 1580 von Grossmogul Akbar zu Ehren des Heiligen Sufi errichtet, der die Ankunft von Akbar's Sohn Salim vorhersagte. An den wunderschoenen, an Elfenbeinschnitzerei erinnernden Ornamenten kann man sich gar nicht satt sehen / fotografieren
Lichte Hoehe 1,9 Meter
Durch den Komplex fuehren viele Gaenge mit ungewoehnlich niedrigen Decken; wir konnten nicht herausfinden, aus welchem Grund die Durchgaenge so niedrig geplant wurden. Es wird gesagt, dass Akbar selbst nicht gross war (ohne jedoch eine konkrete Groessenangabe zu machen); moeglicherweise empfand er die Hoehe der Gaenge als angenehm
Diwan-i-Khas - Akbars Halle fuer Privataudienzen
Akbar war ein echter Multi-Kulti-Mann, Philosoph und (Frei)Denker: in diesem Gebaeude hielt er Privataudienzen mit Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen ab, um sich ueber deren Religionen zu informieren und den Austausch untereinander zu foerdern; er ging gegen das Verheiraten von Kindern, Witwenverbrennung sowie Gluecksspiel vor, und er schraenkte Prostitution ein.
Das Diwan-i-Khas von Innen
Blick vom Gelaende des Koenigspalastes auf die Aussenwelt und den gigantischen Wasserspeicher
In den Schlafgemaechern Akbars
Ausserhalb des Koenigspalastes
Kaum verlaesst man den Palast, begruessen den Besucher alte Bekannte: Muell und Wildschweine
Eingangstor zum Taj Mahal
Im Anschluss an Akbars Koenigspalast fuhren wir zurueck nach Agra, um eines der schoensten Bauwerke aus der Zeit der Mogularchitektur zu sehen - das Taj Mahal. Als Auslaender wurden wir sofort zu einem Stand geleitet, an dem Eintrittskarten fuer sogenannte "High-Value Ticket Holders" (Halter von hochwertigen Eintrittskarten) angeboten wurden. Diese Karten kosteten etwa den 5-fachen Preis. Als preis-sensitive Verbraucher wollten wir natuerlich die guenstigsten Karten kaufen. Uns wurde aber klar zu verstehen gegeben, dass Auslaender nur Eintrittskarten fuer High-Value-Ticket-Holder erwerben koennten. Toll!

Als High-Value Ticket Holders stand uns nun natuerlich auch Sonderbehandlung zu, und so durften wir uns, an allen einheimischen Gaesten vorbei, sofort auf das Gelaende des Taj Mahal begeben ...
Trotz diesigen Wetters - Schoenheit in Reinstform
Bei gelernten Architekten (Kate), Designern (Frank) und mit Architekten Verwandten (Nick) erzeugt der Anblick dieses Bauwerkes unwillkuerlich und sofortig ein Kribbeln unter der Haut
In voller Groesse und von beeindruckender Schoenheit
Taj Mahal bedeutet im Persischen "die Krone der Palaeste / des Ortes". Dieses Monument wurde zwischen 1632 und 1653 von Grossmugul Akbar's Enkel, Shah Jahan, in Erinnerung an seine dritte (hoert, hoert!) Frau gebaut, und es enthaelt stilistische Elemente persischer, tuerkischer und indischer Architektur. Shah Jahan's Frau starb waehrend der Geburt ihres 14. (hoert, hoert!) Kindes. Mehr Informationen zum Taj Mahal gibt es auf Klick bei Wikipedia.
Markierung einer Bodenplatte am linken Seitenfluegel des Taj Mahal
Nick im freien Fall / Flug
Trillerpfeifen und Gerammel im Taj Mahal
Beim Eintritt in ein solch erwuerdiges Gebaeude erwartet man vor allem Ruhe, sprachloses Staunen oder Aehnliches. Was sich uns bot, war allerdings eher mit dem Getuemmel, Geschubse und Laerm auf Delhi's Hauptstrassen vergleichbar...
Wir waren hier!
Sonnenuntergang und Voegelgeschwader - wie in alten Jules Verne Filmen
Die Kreditkarte
Um Mitternacht sind wir mit dem Zug wieder in Delhi angekommen und brauchten noch Bargeld fuer die kommenden Tage in Delhi. Die Kartenhandhabung von Geldautomaten folgt in (fast) jedem Land eigenen Regeln: In Deutschland steckt man die Karte in den Schlitz, dann nimmt man sie wieder heraus und beginnt mit dem Geldgeschaeft; in China steckt man die Karte in den Schlitz, gibt seine Geheimnummer ein, wickelt sein Geschaeft ab, und muss am Ende explizit auf den "Karte entnehmen" Knopf druecken, sonst bleibt die Karte im Automaten; in Delhi gibt es sowohl die einen als auch die anderen Automaten. Da beim ersten Mal Geldabheben die Karte vor dem Geldgeschaeft nur kurz eingeschoben und wieder herausgezogen werden musste, hat Frank sich dann beim zweiten Automaten wohl hierauf verlassen (oder vielleicht war er auch einfach nur zu muede;-). Jedenfalls nahm er das Geld und den Beleg entgegen, die aber Karte vergass er im Automaten der HDFC Bank gleich neben dem Hotel. So ein Mist! Die Bank war am kommenden Tag weder per Telefon noch per Filiale in der Lage, Unterstuetzung zu leisten. Man konnte sich des Eindruckes nicht erwehren, dass die Mitarbeiter sich einfach keinen Stress machen lassen wollten.